Impfungen

 

Impfungen

 

Impfungen sind aktive Immunisierungen. Durch den Impfstoff werden vom Immunsystem Antikörper gebildet, die den Körper vor bestimmten infektiösen Erkrankungen und Seuchen schützen sollen. Wir führen Impfungen bei Hunden, Katzen, Kaninchen, Tauben und Hühnern durch. Die Impfung besteht aus einer Grundimmunisierung und aus Wiederholungsimpfungen. Voraussetzung für eine Impfung ist ein bestimmtes Alter des Tieres, die Gesundheit sowie die Freiheit von Parasiten wie z.B. Würmer, Flöhe.

Impf-Plan für Hunde

Ein Impfschutz ist gegen die Viruserkrankungen Staupe, Infektiöse Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Tollwut und gegen die bakteriellen Erkrankungen Leptospirose und Borreliose möglich.

Grundimmunisierung:

Alter (Wo.) Impfungen
6 SP Staupe und Parvovirose
8.-10. SHPPL Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose
12.-14. SHPPLT Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose, Tollwut
16. SHPPLT Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose, Tollwut

Wiederholungsimpfungen sollten jährlich erfolgen, bei SHP mindestens zweijährlich.

Borrelliose wird von Zecken übertragen. Zecken können aber auch Überträger von sehr vielen anderen Erkrankungen sein. Deshalb sollte der Schutz vor Zeckenstichen immer an erster Stelle stehen.

Impf-Plan für Katzen

Ein Impfschutz ist gegen die Viruserkrankungen Panleukopenie (Katzenseuche), infektiöser Katzenschnupfen, Tollwut, Leukose, Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) und gegen die batkerielle Chlamydieninfektion möglich.

In unserer Praxis wird keine FIP Impfung durchgeführt, da mit dieser Impfung kein ausreichender Impfschutz im Einzelfall erreicht wird. Die Impfung gegen die Chlamydieninfektion erfoglt vorwiegend in Katzenzuchten und bei erhöhtem Infektionsdruck.

Grundimmunisierung:

Alter (Wo.) Impfungen
9.-10. RCP, PHC Panleukopenie, Katzenschnupfen, Leukose nur für Katzen, die mit Artgenossen direkten Kontakt haben
12.-14. RCP, (T) Panleukopenie, Katzenschnupfen, Tollwut für Freigänge, Leukose s.o.

Impf-Plan für Kaninchen

Kaninchen können gegen die Viruserkrankungen Myxomatose und Hämorrhagische Septikämie – RHD – (Chinaseuche) geimpft werden. Zu beachten ist, dass die Erreger der Myxomatose durch direkten Kontakt und durch Stechinsekten übertragen werden. Ein Mückenschutz ist deshalb zusätzlich dringend zu empfehlen.

Die Übertragungswege der Chinaseuche sind vielfältig. Wichtige Überträger sind vermutlich bestimmte Feldmausarten. Deshalb ist es bei einem beginnenden Seuchenzug sinnvoll, kein frisches Grünfutter zu füttern.

Grundimmunisierung Myxomatose erfolgen in 6.-10. Lebenswoche, Nachimpfungen nach jeweils 6-9 Monaten. In verseuchten Gebieten sollte die Grundimmunisierung aus 3 Impfungen bestehen:

Grundimmunisierung RHD 1. Impfung:

1. Impfung 4. Lebenswoche
2. Impfung 7.-8. Lebenswoche
3. Impfung 4.-5. Monat
Wiederholungsimpfungen aller 4-6 Monate
4. Lebenswoche wenn Mutter nicht geimpft

Die Myxomatose ist eine Kaninchenseuche, die seit 1952 in Europa heimisch geworden ist und sie wird durch einen Virus hervorgerufen.

Das Myxomatosevirus kommt nur bei Haus- und Wildkaninchen vor. Wildkaninchen bilden ein natürliches Reservoire für das Vorkommen des Erregers.

Daneben ist der Erreger mehrere Monate in Stallungen, an Gerätschaften usw. lebensfähig.

Die Übertragung der Myxomatose erfolgt durch blutsaugende Insekten, Stechmücken, Stechfliegen, Kaninchenflöhe, Milben und Läuse.

Kontaktinfektionen sind vom erkrankten zum gesunden Kaninchen sowie über verseuchtes Grünfutter, Fliegen, Arbeitsgeräte und durch Umgang mit kranken Tieren möglich.

Die Myxomatose tritt häufig unabhängig von der Jahreszeit auf, daher sind ein ständiger Schutz und regelmäßige Impfung notwendig.

Bei der Durchführung der Impfungen ist darauf zu achten, dass in gefährdeten Gebieten die Jungtiere bereits frühzeitig, d.h. im Alter von 4 – 6 Wochen geimpft werden.

Eine Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen erhöht die Schutzwirkung. Ansonsten sollten regelmäßige Nachimpfungen alle 6 – 9 Monate erfolgen.

Schutzimpfung gegen die RHD – Chinaseuche:
Empfänglich für diese Viruserkrankung sind ausschließlich Kaninchen und Hasen. Andere Tiere und der Mensch sind nicht gefährdet.

Erstmals wurde die RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease) in China im Jahre 1984 beobachtet. Mittlerweise ist sie weltweit verbreitet.

Erreger ist ein Calicivirus, das bei 4°C bis zu 225 Tage ansteckungsfähig ist. Um eine Infektion in Gang zu bringen sind nur wenige Viruspartikel nötig. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren, aber auch indirekt über Futter, Wasser, Einstreu, Käfige, Parasiten, saugenden Insekten, Stechmücken, Wildvögel und den Tierbesitzer.

Die Symptomatik und die Prognose hängen vom Alter des Kaninchens und vom Virusstamm ab. Tiere unter 10 Wochen erkranken meist nicht, können das Virus aber weiterverbreiten. Bei älteren Kaninchen und Hasen gibt es 3 verschiedene Verlaufsformen.

  • Plötzliche Todesfälle ohne vorher erkennbare Erkrankung.
  • 1-2 Tage hohes Fieber, Fressunlust, Apathie, Atemnot, bläuliche Schleimhäute und Krämpfe. Vor dem Tod tritt häufig Blut aus den Körperöffnungen und die Tiere schreien möglicherweise. Typisch ist auch eine stark verkrampfte Körperhaltung nach dem Tod.
  • Bei milderen Infektionen treten die ersten Symptome gelegentlich erst nach 2 Wochen auf. Nach mehrtägiger Fressunlust, Apathie und Fieber erholen sich diese Tiere häufig. Allerdings bleiben sie oft “Dauerausscheider”, die das Virus lebenslänglich weiterverbreiten können.
    Die Therapie erfolgt symptomatisch, das heißt, dass Medikament nach den jeweiligen Symptomen des Einzeltieres eingesetzt werden. Ein Mittel gegen das Virus selbst gibt es nicht. Bei aggressiven Virusstämmen kann dem Tier leider nicht geholfen werden.

Eine Schutzimpfung ist in jedem Fall anzuraten. Die Erstimpfung kann gemeinsam mit einer Myxomatose-Impfung in der 8. Lebenswoche erfolgen